Meine bunte Welt der Handarbeiten

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Meine Spätmittelalterprojekte

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Hab Kernseife gemacht!

Ich hab mich schon lange gefragt, wie man im Spätmittelalter Seife hergestellt hat. Gestern bin ich einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Leider bin ich gezwungen im Experiment das Pferd von hinten aufzuzeumen um erst einmal ein Gefühl für ein gelungenes Produkt zu bekommen, z. B. wie sieht ein gelungener Seifenleim aus, ...). Das heißt, ich habe zunächst aus modernen Mitteln (Olivenöl, Natronlauge) eine Seife hergestellt. Die ließ sich auch nicht auf den ersten Versuch verseifen, sondern ich musste die kochen = heiß verseifen. Reine Olivenölseife ist da wohl auch nicht ganz einfach in der Herstellung. Nachdem ich sie zum Reifen liegen gelassen habe, salzte ich sie gestern aus und habe nun schöne Kernseifenfladen. Diese lass ich jetzt trocknen und fertige dann daraus aromatisierte Seifenbälle.

Das nächste Projekt wird sein, Olivenöl mit Soda zu verseifen. Da wirds haarig! Auch die Herstellung von Schmierseife aus Rindertalg und Pottasche muss noch ausprobiert werden.

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Die Wäscherin

Ja, das Waschen und Bleichen war im Spätmittelalter ein übliches Handwerk. Auf manchen Gemälden im Hintergrund zu erkennen ein Bild des Alltags. Das ist der Grund warum dieses doch so einfache Handwerk für uns heute so schwierig ist authentisch aufleben zu lassen. Hier einige meiner Recherergebnisse.

Welche Werkzeuge fanden Verwendung:
- Trog oder Bottich: Die Wäsche wurde in Lauge über längere Zeit eingeweicht, ein Stab hilft beim Umrühren. Zum Nach- oder Ausspülen ging man wohl lieber an fließende Gewässer.
- Pleuel = Holzbrett mit Griff: Damit wird die Wäsche geschlagen, so dass die Lauge tief in die Faser eindringen kann. Wurde schon bei den Ägyptern in Verwendung.
- Seife/Lauge: Da feste Seife (Natronseife) aus Rohstoffgründen importiert und damit teuer war, ist die Verwendung von Schmierseife (Kaliumseife) wahrscheinlicher. Sie wird aus Laubholzasche, Kalk und Fett hergestellt. Ein Säckchen aus Buchenasche erfüllt fürs Wäschewaschen allerdings den gleichen Zweck, es entsteht durchs Einweichen im Waschwasser eine starke Lauge. Schon die Griechen und Römer bedienten sich dieser Methode.
- Wäscheleine: In der Stadt darf es auch schon mal nur eine Stange aus dem Fenster sein.
- Schürze: oft tragen die Frauen beim Waschen eine Schürze

Wie oft wurde gewaschen?
Diese Frage kann nur bedingt beantwortet werden. Es ist von mehreren Faktoren abhängig wie oft Wäsche gewaschen worden ist. Befindet sich der Haushalt in der Stadt oder auf dem Land. In den Städten gab es Waschhäuser und -küchen, auf dem Land war ggf. wenig Wäsche in einem Haushalt vorhanden, so dass öfter gewaschen werden musste, oder eben nicht, wenn genug Wäsche da war. Festangestellte Waschfrauen in Klöstern zeigt den Bedarf und die Auslastung rund ums Jahr

Mit dem Waschen ist das Bleichen verbunden. Vom Frühling bis in den Herbst wurde Wäsche auf Wiesen ausgelegt, mit Säure und Lauge behandelt. Unter Einwirkung von Sonnenlicht entstehen bleichende Substanzen. Dieser Prozess dauerte mehrere Wochen lang. Rohleinen verliert 1/4 seines ursprünglichen Gewichts.




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